Capucine Delannoy (FRA) und James Carew (AUS) Weltmeister im Kite-Surf

Andrea Zust (SUI) verteidigt Titel im Big Air Hydrofoil – Big Air Hydrofoil Finale morgen mit zwei Deutschen

 Größtes Kite-Surf-Event der Welt geht morgen auf Sylt zu Ende

 Sylt – Lange mussten sie warten, aber heute durften endlich alle Athletinnen und Athleten des Defender GKA Kite-Surf World Cups aufs Wasser. Und sie hatten sich auf Sylt nichts Geringeres vorgenommen, als die Weltmeisterinnen und Weltmeister im Big Air Hydrofoil und in der Königsdisziplin des Kite-Sports, im Kite-Surf, zu küren. Die raue Nordsee und der nötige Wind sorgten für die besten Voraussetzungen. Voll gepackt war die Promenade am Brandenburger Strand in Westerland, denn auch die Zuschauerinnen und Zuschauer wollten sich diese sportlichen Highlights nicht entgehen lassen. Vom frühen Morgen bis in den Abend gab es Weltklasse Aktion auf dem Wasser. Lediglich das Finale im Big Air Hydrofoil der Männer musste am Ende auf den morgigen Sonntag verlegt werden – dafür aber mit zweifacher deutscher Beteiligung.

Mitfavorit Finn Flügel (17 Jahre, in Hof geboren), absolvierte sein Halbfinale heute genauso souverän wie alle bisherigen Runden und steht morgen im Finale. Sensationell ebenfalls in der letzten Runde ist der 17-jährige Marten Koblischke (Borkum), der über die Woche eine beeindruckende Leistung zeigte. Sie messen sich morgen mit den Kite-Ikonen Lorenzo Casati (ESP) und dem amtierenden Weltmeister Hugo Wigglesworth (NZL).
Lasse Geisler (16 Jahre, Hamburg) schied knapp im Halbfinale aus.

 Kite-Surf Frauen:
Weltmeister-Hattrick für Capucine Delannoy – Die „Königin von Sylt“ sichert sich den dritten WM-Titel und fünften Sylt-Sieg in Folge

Den Auftakt machten am Morgen die Kite-Surf-Frauen und hier führte auch in diesem Jahr kein Weg an ihr vorbei. Die alte Weltmeisterin ist auch die neue Weltmeisterin. Die 20-jährige Französin Capucine Delannoy ließ ihren Gegnerinnen erneut kaum eine Chance und sicherte sich im heutigen Finale die Weltmeisterkrone in der Königsdisziplin des Kitesurfens beim Defender GKA Kite-Surf World Cup auf Sylt. Der dritte WM-Titel in Folge und der fünfte Sieg auf Sylt in den letzten fünf Jahren.

Im Finale schlug sie wie auch im Vorjahr Camille Losserand (FRA), die der Französin im Finale alles abverlangte und während des Wettkampfes sogar noch auf einen größeren Kite wechselte. Am Ende musste sie sich aber der Ausnahmekiterin Delannoy geschlagen geben.

Besonders erfreulich aus deutscher Sicht: Die 20-jährige Kaya Lehmann sicherte sich im Finale um Platz drei einen Platz auf dem Siegertreppchen und beendet somit die Saison als WM-Dritte. Im Halbfinale war sie noch an Camille Losserand gescheitert, siegte dann aber im Mini-Finale gegen Charlotte Carpentier (FRA) und bewies erneut, dass sie in der Weltspitze angekommen ist. Lehmann, die in Kopenhagen lebt, war im letzten Jahr fünfte auf Sylt geworden und konnte in diesem Jahr noch einen drauflegen.

Kite-Surf Männer
Große Fairplay-Geste wird nicht belohnt – Keanu Merten scheidet dramatisch im Viertelfinale aus – James Carew wird Kite-Surf-Weltmeister auf Sylt

Auf dem Wasser hat er alles gegeben und sich zusätzlich als großer Sportsmann gezeigt. Leider war für den 20-jährigen Keanu Merten auf dramatische Weise im Viertelfinale des Defender GKA Kite-Surf World Cup Schluss. Er war großartig in sein Duell mit dem italienischen Weltmeister von 2023, Airton Cozzolino, gestartet und lag mit spektakulären Sprüngen in Führung. Doch dann misslang seinem Gegner ein Sprung und Cozzolino krachte nahezu ungebremst mit den Beinen zuerst in die Nordsee. Merten eilte zu seinem Gegner, um abzuchecken, wie es diesem ging ungeachtet des knappen Wettkampfes. Cozzolino konnte sich jedoch wieder aufrappeln, stieg noch einmal auf sein Board und konnte mit einer Wertung für die letzte Welle das Duell noch ganz knapp für sich entscheiden. Merten war ausgeschieden. Cozzolino musste danach den Wettkampf verletzt aufgeben und konnte im Halbfinale nicht mehr antreten. Merten nahm es gelassen: „Aus meiner Perspektive war es ein harter Crash, daher war es für mich selbstverständlich, nach Airton zu schauen. Das gehört dazu. Das hätte er auch für mich gemacht und das würde ich jederzeit wieder tun.“

 So duellierten sich der 27-jährige Australier James Carew und der Brasilianer Gabriel Benetton im Finale um den Titel auf Sylt und den Weltmeistertitel in der Königsdisziplin des Kitesurfens. Und das Finale hätte kaum knapper ausfallen können. Mit 0,2 Punkten Vorsprung siegt am Ende der Australier Carew (20,90 Punkte) hauchdünn vor dem 22-jährigen Brasilianer (20,70 Punkten). Für Carew, der 2024 bereits auf Sylt gewinnen konnte, ist es der fünfte Weltmeistertitel in seiner Karriere.

Big Air Hydrofoil Frauen – Zust verteidigt Titel
Im Big Air Hydrofoil Wettbewerb der Frauen ist die alte Weltmeisterin auch die neue. Die Schweizerin Andrea Zust gewann nach 2024 und 2025 auch in diesem Jahr den Titel der besten der Welt. Im Vorfeld war sich die sympathische Schweizerin noch unsicher, ob eine Titelverteidigung möglich sei. Im letzten Jahr hat die Ärztin doch mehr Stunden in der Notaufnahme und weniger auf dem Kiteboard verbracht. Doch pünktlich zum Saisonhöhepunkt war sie in Bestform und ließ der Konkurrenz keine Chance. Zweite wurde die Österreicherin Kailani Friedrich. Auf dem dritten Platz landete die erst 15-jährige Aya Kasabova aus Bulgarien.

Der Defender GKA Kite-Surf World Cup endet morgen. Am Vormittag steht noch das Finale im Big Air Hydrofoil der Männer mit zwei Deutschen an. Großer Abschluss ist die feierliche Siegerehrung am Brandenburger Strand. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Auf rund 500 Metern Eventfläche sorgen Streetfood, Pop-up-Stores und Unterhaltung für Abwechslung. Der Eintritt ist mit Gästekarte frei.

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